Warum gerade der Jahreswechsel zur emotionalen Belastungsprobe werden kann

Zwischen Weihnachten und Neujahr wird vieles leiser – auch in Beziehungen. Der gewohnte Alltag pausiert, Termine fallen weg, das Tempo verlangsamt sich. In dieser Ruhe zeigen sich oft Dinge, die im Laufe des Jahres unter der Oberfläche geblieben sind.

Für einige Paare wird jetzt häufig spürbar, dass echte Nähe fehlt. Dass Gespräche oberflächlich geworden sind. Dass die Verbindung nicht mehr trägt, wie früher.

Es gibt keinen großen Streit, kein konkretes Problem – aber da ist dieses leise Gefühl:
„So wie es gerade ist, fühlt es sich nicht mehr gut an.“

Wenn das Miteinander sich verändert hat

Ein Beispiel aus unserer Praxis (Namen geändert): Anna und Tobias sind seit vielen Jahren ein Paar. Sie arbeiten beide viel, sind Eltern von zwei Kindern. Der Alltag ist voll – aber funktioniert. Und doch spüren beide: Zwischen ihnen ist etwas verloren gegangen.

  • Sie sprechen kaum noch über das, was sie wirklich bewegt
  • Berührung fühlt sich fremd an oder bleibt ganz aus
  • Gemeinsame Zeit entsteht nur noch durch Organisation
  • Jeder ist auf seine Weise erschöpft – und innerlich allein

Im Gespräch zeigt sich: Die Liebe ist nicht weg. Aber sie bekommt zu wenig Raum. Was fehlt, ist echte Verbindung.

Warum der Jahreswechsel zur Belastung werden kann

Diese Tage am Jahresende wirken wie ein Vergrößerungsglas. Der gewohnte Rhythmus wird unterbrochen und was sonst unter der Oberfläche bleibt, wird jetzt fühlbarer.

Was diese Zeit besonders macht:

  • Erwartungen an Nähe und Harmonie steigen
  • Vergleiche mit anderen Paaren wirken stärker
  • Der Jahresrückblick wirft Fragen auf
  • Vorsätze treffen auf emotionale Erschöpfung

Was über Monate „funktioniert“ hat, fühlt sich plötzlich nicht mehr tragfähig an. Selbst kleine Unstimmigkeiten wirken schwer. Die Verbindung trägt weniger, als gedacht.

Beziehung in der Schieflage – oder einfach aus dem Gleichgewicht?

Nicht jede Irritation ist eine Krise. Aber wenn das Gefühl von Verbindung fehlt, braucht es Aufmerksamkeit. Keine Schuldzuweisung. Kein Aktionismus. Sondern ehrliches Hinsehen.

Die US-amerikanischen Paarforscher John und Julie Gottman sprechen in diesem Zusammenhang von „Bid for Connection“ – von kleinen Versuchen, miteinander in Kontakt zu treten. Bleiben diese über längere Zeit unbeantwortet, entsteht emotionale Distanz. Nicht aus Ablehnung, sondern aus Überforderung oder Unsicherheit.

Diese Distanz verstärkt sich oft über Monate oder Jahre – ganz leise. Bis sie spürbar wird. Wie jetzt, zum Jahreswechsel.

Wo steht ihr gerade – wirklich?

Ein klarer Blick auf das, was ist, kann der erste Schritt sein.
Nicht als Test. Nicht als Bewertung. Sondern als Einladung, ehrlich wahrzunehmen, wie sich eure Beziehung im Moment anfühlt.

Viele Paare merken erst in ruhigeren Phasen wie dem Jahreswechsel,
dass sie zwar funktionieren – aber innerlich nicht mehr richtig verbunden sind.

Hilfreich kann es sein, sich mit genau diesen Fragen zu beschäftigen:

  • Wie erleben wir Nähe im Alltag?
  • Wo reden wir – und wo schweigen wir?
  • Was fehlt uns, ohne dass wir es klar benennen können?

Wenn ihr spürt, dass Anpassung eine Rolle spielt, lohnt sich dieser Blogbeitrag:
Überangepasst in der Beziehung – Aus dem Schatten der Schuld

Manchmal verändert schon ein neuer Blick auf bekannte Muster die Dynamik.

Wenn ihr tiefer verstehen wollt, was gerade zwischen euch wirkt

Manchmal reicht eine erste Standortbestimmung nicht aus.
Manchmal spüren wir: Da ist noch mehr – etwas, das genauer angeschaut werden möchte.

Gerade wenn emotionale Distanz entstanden ist, hilft es, nicht sofort zu handeln, sondern die Dynamik zwischen euch besser zu verstehen:
Wie sprechen wir miteinander?
Was vermeiden wir?
Wo haben wir aufgehört, uns wirklich zu zeigen?

Dieser Abschnitt lädt euch ein, noch einen Schritt tiefer zu gehen – ohne Druck, ohne Entscheidungspflicht.

Wenn Veränderung Struktur braucht: Unser 90-Tage-Programm

Vielleicht spürst du jetzt auch: ich brauche mehr als einen Impuls. Ich möchte mehr erfahren, wie wir wieder Verbindung herstellen können – Schritt für Schritt, klar und zugewandt.

Dafür haben wir ein intensives Online-Programm entwickelt:
Unser 90-Tage-Programm für Paare

Schlussgedanke: Verbindung entsteht, wenn wir sie wieder bewusst wählen

Es braucht keine Krise, um innezuhalten.
Und keine perfekte Beziehung, um sich wieder zuzuwenden.

Wenn sich etwas verschoben hat, lohnt es sich hinzuschauen –
nicht mit Vorwürfen, sondern mit offenem Blick.

Verbindung lässt sich nicht erzwingen.
Aber sie lässt sich gestalten. Schritt für Schritt.

Als Mentor*innen und Coaches begleiten wir Paare genau in solchen Phasen.
Wenn ihr spürt, dass etwas in Bewegung kommen soll, laden wir euch herzlich ein
zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch, um gemeinsam zu schauen,
was euer nächster stimmiger Schritt sein kann.

Es ist nicht zu spät. Nur still geworden. Und genau dort kann Neues entstehen.

Der erste Schritt beginnt dort, wo Ihr euch entscheidet, nicht einfach weiterzumachen wie bisher.

Wir danken Euch allen hier für Euer Vertrauen, Eure Offenheit und das gemeinsame Hinschauen – gerade in sensiblen Beziehungsthemen.

Für das neue Jahr wünschen wir allen Mut, Verbindung und echte Begegnungen.
Wir freuen uns, wenn wir auch 2026 an Eurer Seite sein dürfen.

Alles Liebe für das neue Jahr

Julia & Stephan – Paare begleiten